

Bereits Mitte Juni führte der 60plus Landesvorstand ein Gespräch mit dem direkt gewählten Potsdamer Bundestagsabgeordneten und Bundeskanzler a.D. Olaf Scholz zur Situation der gesetzlichen Rentenversicherung. Im Beisein von Normann Asmus, Seniorenbeauftragter des Landes Brandenburg, ging es in dem Gespräch hauptsächlich um die aktuellen Diskussionen im Zusammenhang mit dem Bericht der Rentenkommission.
Scholz machte deutlich, dass beim Thema Rente auch ein Blick zurück helfe, um sich wichtige Ausgangssituationen und Entscheidungen in der Vergangenheit zu vergegenwärtigen, z.B.
• Abschlagsfreie Rente mit 60 Jahren in den 1980er Jahren, heute mit „63“ (aktuell > 64 Jahren), wenn 45 Versicherungsjahre vorliegen.
• Abschaffung der Berufsunfähigkeitsrente durch die letzte Kohl-Regierung, in Kraft getreten dann unter rot-grün Ende der neunziger Jahre.
• 1997 Einführung demografischer Faktor in der Rentenanpassungsformel durch Regierung Kohl, 1999 wieder abgeschafft unter rot-grüner Regierung, bevor er je zur Anwendung kam. 2004 durch den bis heute existierenden Nachhaltigkeitsfaktor (Riester Reform) ersetzt.
• Deutliche Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente in mehreren Stufen seit 2001.
Um das Rentensystem langfristig zu stabilisieren wäre es nach Olaf Scholz wünschenswert und hilfreich
• Selbständige in die gesetzliche Rente einzubeziehen,
• Beamte jedoch nicht, da viel zu lange Übergangszeiten (50 Jahre) in denen der Staat beide Systeme finanziell bedienen muss.
• Zurück drängen der Teilzeitarbeit,
• Steigerung der Produktivität,
• Sicherstellung eines nachhaltigen wirtschaftlichen Wachstums.
Nachtrag: Nach der öffentlichen Debatte, die über die gesamte Sommerpause hinweg geführt wurde, darf man jetzt gespannt sein, wie die Ergebnisse der Rentenkommission (entweder als „Gesamtkunstwerk“ oder in Teilen) im weiteren parlamentarischen Verfahren behandelt und schließlich umgesetzt werden.